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  • Erinnerungen und Abschied: Die Geschichte eines Lebens

    …Ich hatte es mir schon ein wenig gedacht, diese Heimlichtuerei, ich durfte nichts mitkriegen worüber beraten wurde in ihrem ,, Beratungs Kriesenstab“.

    Gesprächsfetzen wie,, das geht so nicht mehr“, dann müssen wir uns abwechseln“ ,,wie stellt ihr euch das vor, ich bin da raus“ drangen an mein Ohr.

    Traurigkeit machte sich in mir breit, ach warum hast du mich alleine hier zurück gelassen Ella, wir wollten doch zusammen gehen. Tränen liefen über seine faltigen Wangen.

    Eines Morgens war es seiner Frau nicht gutgegangen, er hatte Lena angerufen und sie hatte sich auf den Weg gemacht und nachdem sie gesehen hatte in welchem Zustand sie war, den Krankenwagen angerufen der sie sofort in die Notaufnahme brachte. Sie klagte über schwere Schmerzen im Bauch und fieberte . Ihr Gesicht war fahl und auf ihrer Stirn stand kalter Schweiß.

    Was genau ihr fehlte hatten sie mir Anfangs gar nicht gesagt, , doch dann hatte Lena sich verplappert und leise sagte sie dann: ,,Mama kommt nicht mehr nach Hause, der Krebs ist überall und sie können nichts mehr machen außer ihr genügend Schmerzmittel zu geben damit sie nicht leiden muss.

    Sie senkte den Kopf ,nahm meine Hände in die ihren und unsere Tränen tropften auf den Tisch wo sie nasse Flecke auf der Tischdecke hinterließen. ,,Es tut mir so leid“ flüsterte sie.

    Ich wollte nicht glauben und in lautem Ton fragte ich: Das kann doch nicht sein ,sie können nichts mehr tun, irgendwas muss man doch tun können um sie wieder gesund zu machen! Leise sagte sie: ,,Papa es tut mir so leid, ich habe mit dem Arzt gesprochen weil auch wir es nicht glauben wollten. Er hat uns alles genau erklärt, wir würden Mama damit nur quälen und ihr sterben hinauszögern und, sie machte eine Pause, es fiel ihr schwer zu sagen: ,,Mama wollte keine Chemo und auch sonst nichts mehr, das hat sie ausdrücklich zu dem Arzt gesagt.“

    Mir wurde kalt, trotz der warmen Temperaturen, wie ein schwerer Eisenring legte sich die Angst um meinen Hals, nahm mir den Atem, ich konnte es nicht glauben , nach 55 Jahren Ehe, Freud und Leid würde ich sie jetzt verlieren? Gedanken schossen wie Blitze durch meinen Kopf.

    Den Moment vor fast 60 Jahren würde er nie vergessen, als er sie das erste Mal angesehen hatte. Ihre braunen Augen mit den langen dichten Wimpern, der gesunden Hautfarbe und den kleinen Grübchen wenn sie lachte, ihre dunklen Locken die das hübsche Gesicht umrahmten. Ein Pfeil war durch sein Herz gefahren, hunderte Schmetterlinge flatterten durch seinen Bauch die Hände feucht und zittrig wie noch niemals zuvor da wusste er, dieses schöne Mädchen musste sein werden.

    Schüchtern, mit zitternder Stimme hatte er sie angesprochen und gefragt ob er sie auf eine Limonade einladen dürfte. Mit roten Wangen und funkelnden Augen hatte sie ihn angesehen, mit dem Kopf genickt und um ihn war es geschehen.

    Seit diesem Tag an waren sie unzertrennlich gewesen. Beide hatten eine Lehre gemacht und als er einen gut bezahlten Posten in einer Fabrik im Nachbarort bekommen hatte, war er zu Ella`s Vater gegangen und hatte um Ihre Hand angehalten.

    Ein Jahr darauf hatten sie Hochzeit gefeiert und waren so glücklich in ihrem kleinen Zuhause. 3 Kinder hatten sie in den darauf folgenden Jahren bekommen, Lena, Peter und Uwe ein Nachzügler. Es hatte ihnen an nichts gefehlt ,Lena und Uwe hatten sogar studiert. Wie stolz war Ella auf ihre 3, ich natürlich auch ,wenn ich es auch nicht so zeigen konnte.

    Jetzt lag diese schöne, starke Frau, seine Liebste dort im Krankenhaus und musste sterben. Wieder liefen heiße Tränen über die Wangen. Es schmerzte ihn so sehr das sie nie mehr zurück kommen würde.

    Lena hatte noch mit ihm gegessen ,eine Scheibe Brot, mehr hatte er nicht herunter bekommen, so eng war seine Kehle.

    Nebenbei lief der Fernseher doch er hörte gar nicht hin, war versunken in Erinnerungen und Gedanken. Müde ging er ins Bett und versuchte zu schlafen.

    Das war jetzt schon drei Monate her und inzwischen war Ella ,sein Sternchen, gegangen. Sie hatte nicht mehr lange leiden müssen. Er war jeden Tag bei ihr gewesen um die Zeit die Ihnen noch blieb, gemeinsam zu verbringen.

    Über vieles hatten sie noch gesprochen, wenngleich das wichtige schon vor langer Zeit geregelt war in einem gemeinsamen Testament, doch das war nebensächlich zu dem was sie sich noch sagen wollten, bevor sie ging.

    Als der Tag des Abschieds gekommen war ,saßen alle an ihrem Bett und sie schlief im Beisein ihrer Liebsten, sanft und zufrieden ein, so wie sie auch im Leben gewesen war.

    Leise und leer war es seitdem, ohne Sie. Er schaffte den kleinen Haushalt nicht, hatte auch keine Lust etwas zu tun, für wen, fragte er sich und blieb im Bett liegen. Er aß kaum, außer wenn eines der Kinder kam und ihm etwas mitbrachte.

    Er schaute nach draußen in Ella`s Gartenparadies. Sie dreht sich im Grabe um wenn sie sehen würde wie ich alles verwildern lasse, dachte er schuldbewusst.

    Wenn sie ihn besuchten, sah er ihre Sorge um Ihn. Ich will ihnen doch keine Last sein, sie haben ja auch ihre Arbeit und Familie, dachte er, doch er fühlte sich so allein und kraftlos ohne sein Sternchen, sie fehlte ihm so sehr.

    Aus diesem Grund hatten die Kinder sich heute getroffen und setzten sich zu mir an den Tisch, Ellas Platz blieb frei.

    Papa, sagte Lena, die Älteste:,, Wir Drei haben dich jetzt ein paar Monate hier im Haus gesehen und es macht uns ebenso traurig wie dich, das Mama nicht mehr bei dir ist und du mit allem hier alleine stehst.

    Darum haben wir uns schon vor Wochen überlegt was wir tun könnten damit es dir wieder etwas besser geht und du nicht mehr so einsam bist.

    Ganz in der Nähe haben wir ein schönes Haus gefunden mit Menschen denen es ähnlich geht wie dir. Wir möchten dich heute mitnehmen damit du es dir einmal ansehen kannst und ob du dir vorstellen könntest dorthin zu gehen, denn hier wollen wir dich nicht länger alleine lassen.

    Trotzdem er damit gerechnet hatte ,gab es ihm einen Stich ins Herz.

    Weg von hier, den Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben. Überall sah er sie, roch noch ihren Duft nach Veilchen und Vanille, hörte ihre Stimme die nach ihm rief und hoffte das sie durch die Tür kommen würde, ach Ella…

    Langsam erhob er sich vom Stuhl und sagte seufzend: ,,dann lass uns mal fahren ,Kind“

    Erstaunt sahen die drei sich an, sie hatten mit mehr Widerstand gerechnet.

    Es nützt wohl nichts wenn ich Nein sage, oder? Hörte er sich sagen.

    Erleichterung machte sich bei den Kindern bemerkbar, Lenas Miene hellte sich auf.

    Der Weg war gar nicht weit ,nach einer viertel Stunde Fahrt bogen sie in eine Straße ein, das weiße Schild wies den Weg

    ,, Zur Waldresidenz am See“.

    Ein hell gestrichenes Haus, mit vielen rot geränderten Fenstern, einem dicken Holz Tor , das wohl der Eingang war und einer großen Terrasse auf der Stühle, Tische und Liegestühle zum verweilen einluden, war der erste Eindruck den er hatte.

    Dort saßen einige Männer und Frauen in seinem Alter, Besucher, vermutlich Kinder und Enkel, andere lasen die Zeitung oder spielten Karten.

    Eher glich es einem Ausflugslokal als einem Altenwohnheim, war sein erster Gedanke.

    Lena parkte das Auto, alle stiegen aus und gingen zum Eingang wo eine freundliche junge Frau sie lächelnd in Empfang nahm und mit den Worten begrüßte: ,,Herzlich Willkommen Herr Groß, es freut mich sie kennenzulernen, mein Name ist Ina Weller und ich leite unser gemütliches Zuhause.“

    Möchten sie erst einmal Platz nehmen? Bei einer Tasse Kaffee lässt es sich doch besser plaudern, darf ich ihnen auch ein Stück Kuchen bringen den unsere Bewohnerinnen jeden Tag frisch backen?

    Gerne, da sagt mein Vater nicht nein, für Kuchen ist er immer zu haben, antwortete Lena, die gesehen hatte das ich so schnell gar nicht antworten konnte. Ein wenig aufgeregt waren sie Alle, doch das legte sich bald.

    Ich war angenehm überrascht, mein Herz klopfte schneller, es fühlte sich anders an als ich es erwartet hatte.

    Unter dem Sonnenschirm, wo ich Platz genommen hatte, hörte ich die Blätter rascheln in den großen Bäumen und der Wind bewegte das Wasser im See in leichten Wellen.

    Schön war es hier, das hätte Ella auch gefallen, dachte ich. Ob sie es mir übel nehmen würde wenn ich unser Zuhause verlassen würde? Hätte sie gewollt das ich nicht mehr so alleine wäre und mich so einsam fühlte ohne Sie? So viele Gedanken gingen mir gerade durch den Kopf . …

    Papa, hörte er jemanden sagen, bis er verstand das man ihn meinte, Papa :,,gefällt es dir hier fragte Lena, die Jungs schwiegen und überließen wie schon immer das meiste ihrer großen Schwester.

    Ja, da habt ihr einen schönen Platz für mich ausgesucht, sagte er mit zittriger, leiser Stimme, die Tränen vermuten ließen.

    Es ist nicht weit in den Ort wo du dir eine Zeitung holen oder auch mal ein Bierchen trinken kannst, sagte Paul lächelnd , ich habe es schon ausprobiert.

    Am Nachmittag fahren dann auch kleine Busse wieder hierhin zurück.

    Kaffee und duftender Apfelkuchen kamen bald und bei einem netten Gespräch mit der Leiterin war schnell eine Stunde vorbei.

    Darf ich ihnen denn jetzt einmal unser Haus und die Zimmer zeigen, fragte sie uns.

    Gemeinsam gingen wir durch einen blitzsauberen, hellen Flur.

    Keine unangenehmen Gerüche oder ähnliches, im Gegenteil. Auf einem weißen Bord an der Wand stand eine Vase mit Wildblumen und Kräutern, duftende Geißblatt Ranken, Rosmarin und Minze Geruch stieg mir in die Nase, daneben eine Schale mit roten dicken Äpfeln.

    An den Wänden hingen Bilder in Acryl gemalt, Kohlezeichnungen und Aquarelle, diese sind alle von unseren Bewohnern selbst gemalt, sagte Fr. Weller .

    Die meisten Produkte die wir für unser Essen hier brauchen, stammen aus eigenem Anbau. Das Gemüse, Salate, Kartoffeln, Kräuter und Obst bauen wir mit Hilfe unserer Bewohner, selbst an.

    Jeder der im Garten, in der Küche und im Haus mithelfen möchte kann das jederzeit machen. Gerade die Herren sind bei den vielen kleinen Handwerklichen Problemen sehr hilfreich, wenn man mal wieder viel zu lange auf einen Handwerker warten muss, sagte sie schmunzelnd und kniff mir ein Auge zu.

    So profitieren auch unsere jüngeren Angestellten vom Wissen der älteren Menschen und es ergibt sich eine win -win Situation für Alle.

    Regelmäßig haben wir auch angemeldete Schulklassen der umliegenden Grund und Gesamtschulen zum regen Austausch hier, erzählte sie mit ein wenig Stolz in der Stimme.

    Wir bieten PC und Handy Kurse, Sprachkurse, gemeinsame Sport Stunden ebenso wie Nähen, Kochen, Musik oder Arbeiten im Garten an.

    Sie würden sich wundern wenn sie sehen wie gut alle einander tun und wieviel jeder vom anderen lernt, egal wie Jung oder Alt er ist.

    Dieses neue Konzept eines Alters Wohnsitzes wird gut angenommen und unsere Gäste fühlen sich sehr wohl. Niemand fühlt sich hier abgeschoben oder nicht gebraucht sondern trägt seinen Teil zum Wohle aller bei.

    Als unsere Runde beendet war, verabschiedeten Lena und ich uns von Fr. Weller ,dankten ihr nochmal und gingen zu den Jungs die im Gespräch mit ein paar Bewohnern am Tisch saßen, aufstanden und sich verabschiedeten als sie uns kommen sahen.

    Als das Auto losfuhr ,sah ich noch einmal zurück ,bis das Haus in der Ferne verschwand.

    Still war es, keiner wagte ein Wort zu sagen, jeder in seine Gedanken versunken und der Frage im Kopf, ob es Papa wohl gefallen hat?

    Zuhause angekommen sagte Lena :,,Papa, schlaf mal eine Nacht darüber, besprich es mit Mama sagte sie augenzwinkernd und die nächsten Tage reden wir.

    Sie nahm mich in den Arm, drückte mich fest und gab mir einen Kuss auf die Wange. Wir wollen doch das es dir gut geht, alle drei. Die Jungs klopften mir unbeholfen auf die Schulter und mit einem , Tschüß Papa, bis die Tage, fuhren sie davon.

    Da war er wieder ,,Zuhause“, still und einsam. Schon lange fühlt es sich nicht mehr so an.

    Aus dem Kühlschrank holte er sich eine kalte Flasche Bier, setzte sich auf die Terrasse und sah nachdenklich der Sonne zu, die so langsam hinter den Bäumen im goldenen Licht versank.

    Schwer wurde sein Herz wenn er daran dachte, diesen seit so vielen Jahren vertrauten Ort zu verlassen, doch war er das überhaupt noch ohne Sie, oder nur eine Erinnerung daran.

    Eine leise Stimme sagte ihm ,,Nein Willi, das ist es nicht mehr ,im Gegenteil, hier ist unser gemeinsames Leben zu Ende und Deines geht anderswo ohne mich weiter“.

    Unsere Erinnerungen gehen mit dir an jeden Ort wohin du sie mit nehmen möchtest, die kann dir niemand nehmen.

    Er wußte ,genau das hätte seine kluge Ella gesagt, immer fand sie die richtigen Worte, des Trostes ,der Freude auch dafür hatte er sie so geliebt.

    Es war dunkel geworden ,er trank aus und ging nach oben um in einen tiefen erschöpften Schlaf zu fallen….

    Ende Teil 1

    Fortsetzung folgt

  • Gedanken zu Abschied

    Wie oft und wann nimmt ein Mensch das erstmal Abschied und wieviele werden es in einem Lebenwohl sein?

    Der erste Abschied eines Menschen ist zweifellos das verlassen des warmen und behütenden Mutterleibs und damit  fängt sein Leben an und man kann sagen  der Rutsch ins Leben  ist der erste Schmerz den jeder erlebt.

    Im weiteren Verlauf sagt man tausende Male auf Wiedersehen zu Menschen und Tieren, guten und schlechten Gewohnheiten und vielem mehr.

    Gelegentlich bedeutet es etwas hinter sich zu lassen um etwas viel schöneres zu finden.

    Für den einen ist es das Ende, für den anderen der Beginn.

    All das gehört aber immer zum Leben dazu.

    Abschied

    Immer Ende und Anfang zugleich

    Leere ist in mir

    Wo gerade noch du warst

    Da ist jetzt ein Loch

    Leer und doch auch voll

    Voll mit Zeit und Platz für Neues

    Für ein Leben das ich ohne dich ,deine Liebe leben muss

    Keiner hat gefragt ob wir das wolln

    Und jetzt ist er da

    Abschied

    Ende und Anfang zugleich

  • Fiktion oder Wahrheit

    Jetzt waren es schon viele Monate die sie diese nette, wenn auch zeitweise resolute und  ernst werdende Therapeutin aufsuchte. Schon oft hatte sie sich gefragt, ob sie aus diesem Jammertal ihrer Gedanken wieder herausfinden würde.

    Diese Enttäuschungen die sie ihr ganzes Leben  immer wieder erfahren hatte machten es ihr schwer daran zu glauben.

    An manchen Tagen  war Lia am morgen schon gelähmt von dem Gefühl das ein ganzer, langer Tag vor ihr lag. Trotz strahlendem Sonnenschein und makellos blauem Himmel erfreute es sie nicht, vor ihrem inneren Auge war alles grau. Wie sollte sie den überstehen?

    Einmal hatte Leo ihre Hände genommen und mit sanfter Stimme gefragt: Wie fühlt es sich an wenn es dir nicht gut geht, wird es von etwas ausgelöst? Ist es meine Schuld?

    Traurig hatte sie gedacht; wie soll man jemand erklären das ein großes leeres Etwas dich in sich zieht und du an seinen glatten Wänden versuchst hinaus zu klettern, müde und kraftlos, hoffnungslos und mit der Gewissheit das man irgendwann wieder an der gleichen Stelle festhängt.

    Dann sagt sie zu ihm: Nein ,niemand hat Schuld daran. Das eine mal löst eine Erinnerung etwas aus oder nur ein Wort und an manchen Tagen wache ich morgens schon auf und weiß ,das wird kein guter Tag, da ist das Monster schon in der Nacht gekommen und lag Morgens neben mir und hat mich fest im Griff.

    Nicht wirklich begreifend und hilflos schaute er mich an und nahm mich in den Arm.

    Nun saß sie hier und sollte lernen wieder Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen, doch sie hatte keinen Plan davon wie sie diesmal einen Anfang finden sollte.

    Wie oft hatte sie schon an diesem Punkt gestanden und war ohne fremde Hilfe wieder auf die Beine gekommen, doch diesmal fehlte ihr die Kraft für alles.

    Ihr Kopf war gefüllt mit so vielen Gedanken, sie wollte keine Verantwortung mehr übernehmen, weder für sich noch für andere. Es fühlte sich an wie in einem Aufzug festzustecken der zu voll war, es passte nichts mehr hinein und alles was darin war nahm ihr die Luft zum atmen.

    Leo ihr Mann und ihre beiden Kinder Anna und Matz hatten es schon vermutet das es ihrer Frau und Mutter wieder schlechter ging. Es war still im Haus ,keine Musik, kein Singen.

    Sie meckerte nicht mehr wenn sie ihre Taschen an der Tür liegen ließen oder Leo wieder einmal viel zu spät zum essen nach Hause kam, weil er nach der Arbeit noch auf ein Bierchen mit den Kumpels in die Kneipe gegangen war. Diese Phasen betrafen alle, nicht nur sie.

    Wie haben sie die letzte Woche verbracht, hörte ich Fr. Karlsen aus weiter Ferne fragen. Langsam  kam ich wieder zurück und überlegte was ich ihr antworten sollte.

    Ich war in einer Sauna Landschaft , Ihr Name passt zu meiner augenblicklichen Gefühlslage , scherzte ich, im Jammertal. Dort habe ich einen Tag verbracht der mir ein wenig Freude und Zuversicht gebracht hat, sagte ich und begann zu erzählen. In einer ruhigen Ecke habe ich mir ein Plätzchen am Fenster,  mit Blick auf den Wald gesucht. Durch die Äste der Bäume schien die Sonne auf mein Gesicht und ihre Strahlen streichelten es sanft. Auf dem weichen Polster der Liege habe ich mich zurückgelehnt um über meine Lage nachzudenken.

    Meine Blicke schweiften über die vielen unterschiedlichen Besucher die hier verweilten.

    In ihren Gesichtern war Entspannung, Freude, Dankbarkeit oder einfach nur Ruhe sichtbar. Doch nichts davon war in den Augen des Personals zu finden.  Gestresst ,schlechte Laune, Unlust oder eine Art von Gleichgültigkeit spiegelte sich in den Gesichtern der  meisten wieder. Egal ob es der Bademeister, das Reinigungspersonal oder die Mädels im Restaurant waren, sie alle lebten in ihrem eigenen Tal des Jammers und hatten über dies und jenes zu lamentieren.

    Ich habe versuchte mir vorzustellen was hinter ihren Fassaden für eine Geschichte war ob auch von ihnen jemand fühlte wie ich.

    Langsam lehnte ich mich in meinen Liegestuhl zurück, schloss die Augen und die Tränen spülten meine Traurigkeit heraus. Wie sollte es mit mir weitergehen? Still dachte ich an die Tabletten in meinem Versteck, sollte ich endgültig aufgeben weil ich einfach keinen Sinn mehr darin sah immer wieder von vorne zu beginnen, was unendlich viel Kraft kostete und doch zu immer dem gleichen Punkt zurück führte anstatt in die entgegengesetzte Richtung?

    Das alles erzählte ich ihr natürlich nicht. Schon bei meinem ersten  Versuch hatte sie mir gesagt, das sich mich nicht mehr behandeln würde, sollte ich nochmal versuchen mich umzubringen.

    Fr. Karlsen stellte mir noch einige Fragen und ich versuchte ihr zu antworten und erzählte was sie vermutlich hören wollte. Dann beendete sie die Stunde und ich ging nach Hause.

    Niemand war da und ich konnte tun was ich mir vorgenommen hatte. Bis meine drei nach Hause kämen, würde es  Abend sein und ich hätte es längst überstanden.

    Die Briefe für Leo und die Kinder hatte ich schon lange in der Schublade im Schlafzimmer liegen, hinter den T-Shirts versteckt. Ich legte jedem seinen Brief aufs Kopfkissen und ging mit einer vollen Flasche Vodka und den Tabletten ins Bett, spülte eine nach der anderen mit einem Schluck Vodka runter und schlief ein.

    Plötzlich riss mich ein lautes Geräusch aus meinem Traum,der Wecker schellte und ich war glücklich aufstehen zu können und festzustellen das gottseidank alles ein böser Traum war…..

  • Entdecken Sie das Geheimnis des Café Fantasie

    Am Rande des Ortes war vor 3 Tagen ein neues Café eröffnet worden.

    Was es dort geben sollte wusste niemand ,denn es sollte eine Überraschung werden, hatte die  Dame in der Zeitung geschrieben.

    Männer und Frauen, alle diskutierten eifrig darüber. Die junge Mutter sagte zu ihrer Freundin , ich freue mich schon ,endlich mal etwas neues das wird unserem kleinen Ort guttun. Leise flüsterte Herr Rosenthal seiner Frau zu, ob wir Alte hier auch willkommen sind?

    Am Morgen der Eröffnung standen die Gäste vor der bunt gestrichenen Türe und warteten darauf hinein zu kommen. Aus allen teilen des Dorfes waren junge und alte Menschen gekommen um das Cafe zu begutachten.

    Punkt halb neun öffnete eine gut gelaunte Chefin die Pforten und ließ alle eintreten.

    In schönen geschwungenen Buchstaben stand auf der zart orangefarbenen Wand

    ,,HERZLICH WILLKOMMEN IM CAFE FANTASIE“

    Auf hellen gelb gestrichenen Wänden hingen fantasievoll gemalte Bilder. Grünpflanzen in Ampeln aus beigefarbenen Kordeln baumelten vor den großen lichtdurchlässigen Fenstern. Ein angenehmer Duft nach Blumen und Vanille füllte den Raum. Ansonsten war der Raum, bis auf ein paar Stühle und gelb gestrichenen Weinkisten die als Tisch dienen sollten, leer. Trotzdem erzeugte der Raum ein angenehmes Gefühl bei den Gästen.

    Erstauntes Gemurmel das zunehmend lauter wurde ging durch den Raum und man fragte sich was das bedeuten solle.

    Würden fantasievolle Torten und Gebäck, mit besonderen Geschmacks Nuancen , neue Getränke oder ähnliches auf sie warten? Doch nirgendwo war etwas ähnliches zu entdecken.

    Nach einigen Minuten des ratlosen Umherblickens hatten Sie genug und einer fragte leicht ärgerlich

    Was soll das hier, es ist alles leer?

    Ja, sagte die freundliche Besitzerin das ist richtig so, stellen Sie sich in ihrer Fantasie vor was immer sie hier finden möchten.

    Suchen sie ihre Ruhe, möchten Sie Menschen treffen, um zu reden wenn sie einsam sind? Oder herkommen um zu lesen, sich auszuruhen, ein Nickerchen zu halten in der Mittagspause. Wieder einmal mit jemandem lachen, einem anderen Menschen eine Freude machen sodass auch er unser besonderes Cafe kennenlernt, ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    Mögen Sie einen Kaffee dazu trinken , bringen sie ihn einfach mit. Ich möchte Ihnen allen einen Ort geben an dem nur Sie und ihre Wohlfühl Fantasie wichtig sind, denn ich glaube das wird ihnen guttun und ungeahnte Erfahrungen bringen.

    FÜHLEN SIE SICH BEWUSST NICHT WIE ZUHAUSE !!

    Das hatte niemand von ihnen erwartet und zuerst starrten sie sich erstaunt an, dann sah man ihrer Gehirne arbeiten und jeder machte sich seiner eigenen Vorstellungen und Wünsche bewusst. Skeptisch sagte Peter zu Jens, ob das wohl was wird?

    So recht wusste nicht jeder was er hier für sich finden würde, doch bei einigen zog schon ein wissendes Lächeln ins Gesicht.

    Mamas die mal in Ruhe einen Kaffee genießen konnten, Ältere Menschen die niemand sonst zum reden hatten, Kinder denen jemand eine Geschichte vorlesen sollte oder mit ihnen spielte. Einsame die Gesellschaft suchten. Alle waren herzlich Willkommen.

    Das ist jetzt 4 Wochen her und können sie sich vorstellen das es immer mehr Besucher werden die kommen um zu verweilen und glücklich zu sein?

    Neue Freundschaften haben sich gebildet, Omis die backen weil es Menschen gibt die gerne ein Stück Kuchen essen . Bücher für Kinder und Erwachsene haben auf der Fensterbank einen neuen Platz gefunden auch für die, denen das nötige Geld dafür fehlt. In unserem Dorf muss jetzt niemand mehr einsam, traurig, gestresst oder ausgegrenzt sein, für jeden der möchte gibt es einen Platz an dem er willkommen und nicht alleine ist.

    Wie glücklich hat das kleine Cafe die Bewohner des Ortes gemacht. Was möchten Sie an einem solchen Ort für sich vorfinden? Denn …

    … VIELLEICHT GIBT ES SO ETWAS AUCH IN IHRER NÄHE…

    Habt einen schönen Sonntag.

    Eure Elke

  • Mein Hobby am Donnerstag 15.01.2025

    Eine Geschichte über das WARTEN

    #WARTEN

    Parkplatz Sündergrund, nähe einer Autobahn Auf oder Abfahrt im Westen.

    65 Km war er gefahren, an einen Ort wo er noch niemals gewesen war. Es war fast dunkel, der Himmel hatte einen wunderschönen Sonnenuntergang gezaubert, der passte zu dem was heute Abend geschehen sollte.

    Es war ein kleiner Parkplatz umrundet von blühenden Sträuchern in gelb und weiß. Eine Straßenlaterne erhellte ihn nur dürftig, doch das war ihm nur recht. Von der Straße aus konnte man ihn nicht einsehen.

    Er hatte ihn ausgesucht weil er dachte das hier am Abend kaum noch Publikumsverkehr herrscht.

    Auch Sie hatte einige Kilometer zu fahren, jedoch aus der entgegen gesetzten Richtung. Auf der Hälfte wollten sie sich treffen, hatten sie verabredet.

    Die Autobahn war frei gewesen und so war er schon 15 Minuten zu früh dran.

    Seit diese kleine Frau, mit den schönsten Augen in die er je geblickt hatte, in sein Leben getreten war, spielte sein Herz verrückt.

    Er konnte an nichts anderes mehr denken, wollte nur bei ihr sein, im Schlaf träumte er von ihr und flüsterte ihren Namen in die Nacht. Regina hatte schon gefragt, wer Ann Sofie sei?

    Verstört hatte er, keine Ahnung gesagt, sich umgedreht und war ins Bad verschwunden.

    13 Tage hatte er sie nicht mehr gesehen, berührt, zärtlich geküsst.

    Mit nassen Handflächen und einer Vorfreude die seinen Herzschlag, sicher über 150 schlagen ließ, sodass er Angst hatte es hüpfte aus seinem Hals, wartete er schon lange 15 Minuten darauf das sie endlich kam.

    Im Radio lief ein Lied von Mariah Carey das sein Innenleben beschrieb als hätte er den Text selbst geschrieben.

    I can`t live, living here without you, sang Sie mit einem Schmerz in der Stimme der mir die Tränen in die Augen trieb, sollte ich sie verlieren, oder gar nicht erst bekommen .

    Es kam ihm vor als wäre schon eine Ewigkeit vergangen. Er wischte sich über die Augen , schloss sie und legte den Kopf an die Kopfstütze des komfortablen BMW`s.

    Es war ganz schön schwer gewesen eine Ausrede zu finden ,von zuhause weg zu kommen um Sie heute Abend hier zum ersten Mal wiederzusehen.

    Zu lang waren ihm diese 13 Tage erschienen.

    Er fühlte sich wie ein kleiner Junge der aufs Christkind wartet. Aufgewühlt ,mit trockenem Mund und einer Ungeduld die ihm völlig fremd war, saß er hier.

    Die Minuten vergingen ,kein Auto erschien auf dem Parkplatz. Nervös glitt sein Blick über die Wagen die hier auf ihre Besitzer warteten.

    Seine Gedanken schweiften ab und er fragte sich wieviel Menschen sich voller Sehnsucht an einem Ort wie diesem trafen um das Verlangen nach dem anderen zu stillen.

    Hätte man Ihm vor einem Monat gesagt das er heute Abend hier stehen und warten würde, verliebt wie ein Teenie, wäre wahrscheinlich nur ein amüsiertes Lächeln und die Worte, ich doch nicht, über die Lippen gekommen.

    Doch das hatte sich schlagartig geändert.

    Hier saß ein gestandener 45 jähriger, erfolgreicher Mann und wartete auf eine Frau, deren erster Blick durch Mark und Bein, direkt in sein Herz geschossen war.

    Er schüttelte den Kopf und fragte in die Stille, was war es gewesen was ihn so aus der Bahn geworfen hatte das er gar nicht mehr zurück wollte?

    Ein Lichtstrahl von zwei Scheinwerfern eines Autos bog um die Ecke in eine leere Parklücke.

    Seine Kehle fühlte sich so trocken an das er kaum schlucken konnte, die Hände begannen zu zittern und er blickte gespannt zu dem kleinen weißen UP.

    Nichts rührte sich und es stieg auch niemand aus.

    Es wäre immer noch früh genug zu verschwinden, sagte eine Stimme in Ihm.

    Unbehagen ,Zweifel, Angst wurden mehr, scheiße, was mach ich hier fragte es in Ihm?

    Doch im Grund wusste er es ganz genau ,dieses Gefühl, das er in ihrer Nähe hatte, war wie ein Sehnen und Wünschen , etwas was er noch nie gehabt hatte.

    Ein Gefühl bei dem nichts anderes mehr wichtig wahr, ein loderndes Feuer das nicht verbrannte, sondern wärmte, das Erregung entfachte, Liebe die umhüllte, die Zwei zu Einem machte.

    Das alles ging seit 2 Wochen in seinem Herz ,Seele, Kopf und innerem vor und er hatte sich so sehr gefreut als sie eingewilligt hatte, das sie sich heute wiedersahen, endlich.

    Plötzlich griff eine kalte Hand zu und er spürte die Angst , was wäre wenn sie nicht kommt, wenn sie es sich anders überlegt, ihren Mann nicht anlügen wollte?

    Was ging in Ihr vor?

    Zwar hatte Sie in den 10,000 Telefonminuten, die sie die vergangenen Tage gesprochen hatten, immer wieder gesagt das sie genauso fühle wie Er, doch kannte man die Gedanken einer Frau?

    Ein weiteres Auto erschien auf dem Platz. Er wagte kaum zu atmen.

    Das Licht ging aus und ein Mann ging auf das weiße Auto zu, stieg ein und sie fuhren davon.

    Ungeduldig schaute er zum wiederholten mal auf seine goldene, teure Uhr, eine Minute noch bis zur verabredeten Zeit, dann war es soweit.

    Sein Bangen und Hoffen war kaum noch zu ertragen, so sehr hatte er sich das Warten auf diese wunderschöne ,warmherzige Frau nicht vorgestellt.

    Doch alles egal, Hauptsache sie würde kommen und zwar schnell.

    Kurz roch er nochmal an sich ob der Angstschweiß in sein Hemd gezogen war, Gottseidank nicht, dachte er und nahm noch einen Hauch seines Lieblingsduftes, strich sich durch das schwarze, volle Haar und dann sah er den Lichtschein wie er stärker wurde und auf ihn zufuhr.

    Im Licht sah er schemenhaft ihr süßes Gesicht. Nichts hielt ihn mehr.

    Er öffnete die Türe, sprang hinaus und lief auf Sie zu, denn auch sie hatte das Auto längst verlassen um in seine Arme zu fallen, sein Gesicht in die Hände zu nehmen, anzuschauen und zu flüstern, Ich hab Dich so vermisst.

    Sein Herz drohte zu platzen und er dachte;

    Auf diesen Moment habe ich mein Leben lang gewartet.

  • Luxusprobleme: Die Wahrheit über Vorsätze

    Das neue Jahr ist jetzt schon wieder ein paar Tage alt und es ist, wie auch nicht anders zu erwarten , wie das Vergangene.

    Laut den Medien haben schon die ersten Menschen ihre Vorsätze am 2. Freitag im Januar, am so genannten  ,,Quitters Day „, wieder vergessen.

    Ebenso ist bei den meisten der ,,Dryjanuary“ schnell vorbei.

    Was glaubst Du ,warum scheitern die guten Vorsätze so schnell ?

    Aus eigenen Erfahrungen habe ich gelernt das ich zuerst einen guten Plan dafür mache, wie ich diesen Vorsatz in die Tat um setzen kann und überlege ob ich es

    1. Zeitmässig schaffe
    2. Motivation genug habe
    3. Ob es kompatibel mit meiner Familie ist
    4. Habe ich einen Plan B
    5. Was bringt es mir wenn ich meinen Vorsatz durch halte

    Denn meistens sind  schon nur 2 Beantwortung mit Nein, Garantie dafür das es scheitert.

    Für das Selbstbewusstsein ist sowohl das eine wie das andere schlecht.

    Wieder rank und schlank aussehen für den eigenen Geschmack,  und damit selbstbewusster zu sein ist die eine Seite der Medaille.

    Im Umfeld, von allen die von deinen Vorhaben wussten, gefragt zu werden, wie weit die Erfolge schon sind, sagen zu müssen, ach das hab ich längst aufgegeben, ist die andere Seite.

    Letztendlich muss der Beginn ja auch nicht im Januar sein, wenn die Sportstudios voll sind, jeder über abnehmen spricht oder ähnliches.

    Zugegeben, wer mich kennt weiß das auch ich immer mit meinem Gewicht kämpfe ,doch das ist im Januar und auch im Juli so, ich versuche immer wieder bewusster zu essen und nicht soviel Alkohol zu trinken. Aber es gelingt mir auch nicht immer Nein zu sagen, leider.

    Diese Woche hat mich z. B eine starke Erkältung schon dazu gezwungen auf der Couch oder im Bett zu verbringen weil ich krank bin, da ist es zweitrangig wieviel ich wiege oder wie sportlich ich war.

    Viele Menschen sind krank und haben ganz andere Gedanken und Wünsche als ihr Gewicht zu verändern .

    Ihr Weg führt sie eher zur Physio, Ergotherapie oder zum Arzt.

    Gute Vorsätze oder Luxusprobleme?

    Wenn ich so überlege, ist weniger, bewusster zu Essen, keinen Alkohol zu trinken, Sport zu machen, ein echtes Luxusproblem.

    Wir leben noch in einem Land wo Frieden herrscht, es für fast alle genug zu Essen und zu trinken gibt und müssen uns nicht sorgen ob wir oder unsere Familie abends unter der Brücke schlafen muss.

    Millionen von Menschen haben diese Auswahl an Lebensmitteln, Alkohol und Freizeit Angeboten gar nicht, sie sind froh wenn sie den Tag überleben, egal ob sie in einem Kriegsgebiet oder anderswo leben.

    Luxus ist für sie ein Becher sauberes Wasser, etwas Reis oder ähnliches was sie den Tag überleben lässt.

    Stell dir einmal vor, du müsstest einem Menschen, für den zu überleben eine das einzig wichtige ist, von deinen Problemen erzählen.

    Aus Scham oder schlechtem Gewissen, ihm oder ihr gegenüber würde wahrscheinlich kein Wort über deine Lippen kommen und du würdest den Kopf senken. Der Gedanke schon würde dir lächerlich erscheinen.

    Vielleicht sollte man ,,gute Vorsätze“ in ,,Luxusprobleme“ umbenennen um bewusst zu machen wie gut es uns geht ,auch mit einer Kleidergrösse mehr.

    Ganz bestimmt ist es nicht Gesundheits fördernt, Übergewicht zu haben, doch daran sollte man jeden Tag denken ,nicht nur im Januar. Ebenso verhält es sich mit Alkohol und Sport.

    Von allem einen kleinen Beitrag  in den Alltag einzubauen schafft  jeder.

    Zu diesem Thema fallen mir soviele weitere Fragen ein.

    Warum muss man einem gewissen Schönheitsideal entsprechen?

    Warum nimmt man sich gerade im Januar soviel auf einmal vor?

    Warum muss man Alkohol trinken um dazuzugehören?

    Wo steht geschrieben das man mit 60 aussehen muss wie 40?

    Meistens nur in unseren Köpfen….

    Werde ich weniger geliebt, gemocht, akzeptiert, respektiert wenn ich dem Idealfall meines Gegenübers nicht entspreche?

    Da kann ich, sicher nicht nur für mich sprechen ,wenn ich sage, ein solcher Mensch ist es nicht Wert das man für ihn etwas verändert.

    Denn er wird deinen Wert niemals erkennen.

    Oberflächlichkeit, ist wohl sicher ein Wort das hier zum Einsatz kommt.

    Das Äußerlichkeiten den Wert eines Menschen bestimmen sind in unserer Gesellschaft leider an der Tagesordnung.

    Es beginnt schon in der Schule. Bei Kindern deren Eltern nicht das Geld für Marken Kleidung haben.

    Oft werden diese Kinder hier schon ausgegrenzt ,gemobbt.

    Ob sie dick oder dünn, weiß oder farbig, einfach anders sind.

    Jedes von ihnen ist ein Kind mit herrlichem Lachen, strahlenden Augen ,ein Lebewesen das für jemand anders das Liebste auf der Welt ist, nicht nur eine Äußerlichkeit.

    Warum sind schon Kinder oft so?

    Schleicht sich diese Oberflächlichkeit, Respektlosigkeit, Arroganz durch unsere ganze Gesellschaft ?

    Oft hört man ,,früher war alles besser“ doch das ist nicht wahr.

    Doch es ist nicht zu leugnen, das vieles verloren gegangen ist , bei Erwachsenen und auch bei Kindern die es vorgelebt bekommen.

    Das wir alle mal wieder ein bisschen mehr WIR denken als immer nur ICH ,wäre sicherlich ein guter Vorsatz der uns allen guttun würde.

    Also, sollte der nächste Jahreswechsel anstehen und das wird er garantiert, reflektiert euch selbst und fragt euch ob eure guten ,,Vorsätze “ diesen bitteren Beigeschmack haben von dem ich im Beitrag erzählt habe oder ob ihr glücklich und zufrieden seid mit euch und eurem Leben ….

    auch wenn noch der ein oder andere Dominostein über dem Rand der Hose rausschaut der wird im laufe des Jahres wieder verschwinden, da bin ich ganz sicher 😉

    In diesem Sinne ,freut euch des Lebens, seid dankbar und genießt jeden Tag , wer weiß schon was morgen ist.

    Bis zum nächsten Mal

    Eure Elke

  • Warum gute Vorsätze scheitern: Jeremia’s Erfolgsgeschichte

    Warum gute Vorsätze scheitern: Jeremia’s Erfolgsgeschichte

    Es war der 31.12. und Jeremia lächelte bei dem Gedanken das er resigniert am letzten Dezember darüber nachgedacht hatte ,daß all seine guten Vorsätze wieder einmal wie eine Seifenblase im Januar geplatzt waren.

    Weniger essen, mehr Sport, keinen (oder zumindest weniger) Alkohol. Das war, im nachhinein betrachtet, schon zum scheitern verurteilt gewesen ehe die Glocke das 12te mal anschlug.

    Wie oft hatte er sich diesen Schwachsinn schon gewünscht, in die Tat umsetzen zu können, der Geist war zwar willig, doch das Fleisch zu schwach.

    Zu sehr liebte er es leckere Gerichte zu kochen für sich und seine Liebsten. Ein Gläschen Wein dazu, schöne Gespräche, Lachen.

    Er wollte die wenige Zeit die neben Arbeit und allem anderen übrig blieb, glücklich und nicht im Zwang etwas ändern zu müssen, verbringen.

    Immer wieder hörte er es von seinen Kollegen, Freunden, dieses Jahr werde ich es schaffen,sagten sie,das kann doch nicht so schwer sein ein paar Kilo abzunehmen,oder das Rauchen sein zu lassen.

    Doch sie alle mussten erkennen, das sie es nicht so leicht schafften. Für eine Weile klappte es immer ,doch dann war der Alltagstrott wieder da und die Vorsätze verschwanden so spontan wie sie auch gekommen waren.

    Für Jeremia war darum das vergangene Jahr ein voller Erfolg gewesen. Er hatte sich vorgenommen, all das zu tun was ihn glücklich und zufrieden machte.

    Keine Zeit mit Menschen zu verbringen die ihn traurig machten. Nicht so viele Überstunden, die ihm kostbare Lebenszeit nahmen, Erwartungen die andere an ihn stellten nicht sofort zu erfüllen, nein das alles wollte er auf keine Fall mehr tun in der Zukunft, das hatte er sich ganz fest vorgenommen.

    Wenn dies vielleicht das letzte Jahr sein würde das er noch zu leben hätte, würde er alles tun was ihm Freude bereitete.

    Reisen, gutes Essen auch einmal NEIN sagen, das hatte er sich versprochen. Und jetzt war das Jahr vorbei und er hatte es geschafft seine guten Vorsätze zu erfüllen.

    Das war zwar auch nicht immer leichter gewesen einzuhalten, doch es hatte auf jeden Fall mehr Freude und Erfolg gebracht und darauf war er stolz.

    So kann ein jeder darüber nachdenken, ob die Ziele die man sich so setzt wirklich das wichtigste im Leben sind was man ändern muss. Zugegeben, einige sicherlich, doch vieles ist ,wie jeder weiß gar nicht so wichtig.

    Darum LEBT, seid GLÜCKLICH und vor allem Dankbar und ZUFRIEDEN .

    Ich wünsche euch allen einen Guten Rutsch in ein friedliches und gesundes Neues Jahr 2026

    Eure Elke

  • Weihnachten: Erinnerungen und Sehnsüchte

    Mara sitzt in einem kleinen Kaffee in der Fußgänger Zone und denkt daran das sie gleich den dicken Strauß roter Rosen, der neben ihr liegt, zu ihren Lieben bringen will.

    Sie schaut sich um und denkt, noch genauso wie früher. Wie oft hat sie hier mit ihrer Mama gesessen, heiße Schokolade mit Sahne getrunken oder knusprige Waffelhörnchen ,die dick mit leckerer Sahne gefüllt waren, gegessen. Lang ist es her, doch es fühlt sich an als wäre es erst gestern gewesen.

    Verstaubte alte Kronleuchter spenden sanftes Licht. Die dicken Teppiche schlucken alle Geräusche und die Bedienungen mit den weißen Schürzen, sehen aus wie aus einer anderen Zeit.

    Ein freundliches junges Mädchen kommt zu ihr und fragt, welche Wünsche kann ich ihnen erfüllen? Einen Cappuccino und ein Stück Stollen hätte ich gerne, antwortet sie leise und denkt, meinen Wunsch kann mir leider niemand erfüllen.

    Kaffee und der süße Duft der Weihnachtsplätzchen mit Zimt, Vanillin und Butter steigt ihr in die Nase. Wie früher zuhause, denkt sie wehmütig.

    Aus dem Lautsprecher hörte sie leise Musik, Merry Christmas Mommy , can you hear, singt eine zarte Stimme und das Herz wird ihr schwer.

    Weihnachten war immer etwas ganz besonderes für sie gewesen und sie erinnerte sich noch ganz genau an ihren ersten Weihnachtsbaum den sie in ihrem Leben gesehen hatte.

    Stumm blickte sie nach draußen, doch ihre Augen nahmen nicht wirklich etwas wahr.

    Die Einkaufsstraße der kleinen Stadt zeigte ein geschäftiges Treiben. Kinder schlittern auf der Schnee bedeckten Straße, Paare lachen und sahen sich verliebt an.

    Jeder wollte noch schnell etwas besorgen, von dem man dachte das es noch fehlte, für ein gelungenes Fest.

    Die letzten Geschenke, etwas zu Essen oder auch für jemand der einsam und traurig war, eine Flasche Schnaps, um die nächsten Tage zu ertragen.

    Irgendwie konnte sie es verstehen, denn auch sie war dieses Jahr nicht in dieser schönen weihnachtlichen Stimmung wie all die anderen Jahre.

    Die Schneeflocken wirbelten durch die Luft und das Licht änderte langsam seine Farbe. Von einem hellen kalten Tageslicht wechselte es immer mehr in ein schummriges, dunkler werdendes Gold.

    In den flackernden Lampen der Laternen, tanzten die stärker gewordenen Schneeflocken. Auf den Dächern der kleinen Stadt war von den Ziegeln nichts mehr zu sehen. Es war als legte sich eine weiße kuschlige Decke über die Häuser und Menschen.

    Neben sich hörte sie die Unterhaltung eines jungen Paares.

    Seufzend sagte die Frau, oh Mann, ich wünschte wir hätten den ganzen Familienkram schon hinter uns ,ich hab null Bock mir die langweiligen Gespräche über früher ,den selbstgebackenen Kuchen die Kekse und das Essen anzutun.

    Lieber würde ich auf der Couch liegen und daddeln oder Serien sehen. Nächstes Jahr hauen wir vor Weihnachten ab, das sag ich dir.

    Wie alt sie wohl ist ? Denke ich still. Ihr Mann nahm sie in den Arm und sagte leise, ach Schatz deine Eltern freuen sie schon wochenlang darauf uns an Weihnachten zu verwöhnen. Warum bist du so grantig? Es ist doch nur der eine Tag und sie machen sich soviel Mühe mit allem . Wie enttäuscht werden sie sein, wenn du absagst.

    Oh wie gerne würde ich diese Einladung bekommen, dachte sie mit Tränen in den Augen. Einmal noch Mamas leckere Kekse knabbern und einen warmen duftenden Kakao trinken.

    Auf der Couch unter einer warmen Decke liegen, ihre Stimmen hören, die davon erzählten was in den letzten Wochen gewesen war, seid sie das letzte mal da war. Ihr Lachen, ein bisschen Weihnachtsmusik von den Schallplatten die sie auf dem alten Plattenspieler abspielten, dachte sie wehmütig.

    Mit einem kleinen Taschentuch wischte sie die Tränen von ihren Wangen ,zahlte und ging hinaus.

    Ja, so hatten sie bis vor einigen Jahren auch noch gedacht wenn sie an den Feiertagen zu Eltern und Schwiegereltern mussten. Es war immer ein hin und her, an Weihnachten.

    Früher hat sich darum niemand Gedanken gemacht, nein, im Gegenteil alle hatten sich gefreut die Familie an Weihnachten wiederzusehen, zu lachen, Omas selbstgemachten Likör zu trinken und zusammen Zusein. Doch heute war es alles nur noch Stress, warum?

    Als wir Kinder waren, gingen wir gemeinsam am 1. Weihnachtstag Nachmittags immer zu Oma Tina die im Nachbarort wohnte.

    Ganz besonders schön war es wenn die Straßen mit einer festen Schneedecke bedeckt waren und wir mit dem Schlitten fahren konnten .

    Wir freuten uns die Onkels, Tanten, Vettern und Cousinen zu treffen. Es gab nicht für alle Platz bei Oma am Tisch doch wir verteilten uns auf dem Boden , spielten mit den neuen Geschenken und waren glücklich.

    Omas kleine Katze hatte sich aus Angst vor den lauten Stimmen längst unter einen Sessel verzogen um den Kinderhänden zu entkommen.

    Wir waren eine große Familie, mein Vater hatte 4 Brüder mit ihren Frauen und allen Enkelkindern waren wir 18 Personen. Es gab selbstgemachten Beerensaft mit Wasser vermischt für die Kinder, Kuchen und so leckere Plätzchen die ich oft mit Oma in der Adventszeit gebacken hatte. Ihren Geschmack konnte ich noch heute im Mund spüren.

    Wir wohnten mit meiner anderen Oma und Opa in einem Haus. Es gab nur ein Zimmer für uns, das als Küche und Wohnzimmer diente und einen gemeinsamen Schlafraum in dem meine Eltern und ich und später auch noch meine Schwester schliefen. Das war unser Zuhause.

    Mein Vater arbeitete meist auch noch am heilig Abend. Er ging danach noch ein letztes Gläschen mit seinen Kollegen trinken aus dem auch schon mal 2 wurden.

    So machte sich Mama nachmittags , wärend wir bei Oma ,,Wir warten aufs Christkind“ schauten, auf den Weg in den Wald und holte ein kleines Weihnachtsbäumchen für uns.

    Am Abend mussten wir früh ins Bett. Einen Heiligen Abend gab es damals bei uns nicht. Das Christkind kam in der Nacht .

    Draußen war es noch dunkel als wir wach wurden. Auf nackten Füßen schlichen wir die Treppe hinunter und lauschten hinter der Türe ob etwas zu hören war. Stille, Nichts..

    Ins Bett ihr zwei, rief Mama von oben, das Christkind war noch nicht da. Erschrocken und enttäuscht tappten 4 kalte Füßchen wieder nach oben in das warme Bett.

    Und dann war es soweit, der Glöckchen Klang weckte uns aus den Träumen . Aufgeregt trippelten wir die Stufen nach unten, öffneten im halbdunkel die Türe und sahen Ihn.

    Ein Bäumchen, nicht mal einen Meter groß, stand in einem sandgefüllten Eimerchen auf dem Küchentisch.

    Im Schein der flackernden Wachskerzen, die in goldenen Haltern standen, sahen wir die kleinen, glitzernden, bunten Kugeln am Baum hängen. Silbernes Stanniollametta funkelte im warmen Licht ebenso wie in unseren staunenden Augen.

    Oh wie schön , mehr konnte ich nicht sagen, so verzaubert war ich. Nie in meinem Leben war ein Baum in meiner Erinnerung schöner als dieser kleine erste Weihnachtsbaum gewesen.

    Traurig und immer wieder mit der Erinnerung und den Tränen kämpfend, ging Mara die Straße bis zum Friedhof hinauf. Ihr Atem hinterließ kleine weiße Wolken in der Kalten Abendluft.

    Die Gräber waren schon bedeckt von einer dicken Schicht aus weißen Flocken. Ab und zu steckte eine rote Rose oder Zweige im Schnee, ein paar Kerzen bildeten Kreise von Licht .

    Dann blieb sie stehen an dem Platz, an den sie ihre Eltern vor ein paar Monaten hatte bringen müssen. Die Viereckige Platte war das einzige was an die Beiden noch erinnerte. Sanft wischte sie die Namen auf dem Stein frei und sagte leise mit tränenerstickter Stimme

    Ich wünsch euch Frohe Weihnachten im Himmel und hoffe ihr könnt mich hören, da wo ihr jetzt seid. Ich vermisse euch so sehr….

    Vorsichtig um im tiefer gewordenen Schnee nicht auszurutschen, ging sie zurück zum Ausgang des Friedhofes. Am Tor stand ihr Mann und wartete auf sie. Er streckte die Arme nach ihr aus, nahm sie behutsam in den Arm und flüsterte leise in ihr Ohr, na mein kleiner Vogel ,alles ok?

    Sie schaute ihn an und musste nichts sagen, sie kannten sich zu lange um etwas voreinander verheimlichen zu können.

    Ja, es ist schwer, das erste Weihnachten ohne die Beiden aber Du bist bei mir und das macht es leichter mein Schatz. Danke

    Sie nahmen sich fest in die Arme, küssten sich und gingen nach Hause wo ein wunderschöner Weihnachtsbaum mit den kleinen, alten Kugeln auf sie wartete.

    Frohe Weihnachten ihr Lieben

  • Das Geschenk aus dem Nikolaussack

    Das Geschenk aus dem Nikolaussack

    Was ist es, ein leeres Geschenkkästchen. Was hat Er bezweckt damit und warum greife ich in den Sack und nehme eine leere Kiste heraus?

    Nun gut, es ist geschehen und ich denke an den alten Spruch, geben ist seliger denn nehmen.

    Dann tun sich die nächsten Fragen auf. Was tue ich hinein, wer soll es bekommen?Spontan fallen mir sowohl Personen als auch Geschenke ein .

    Ich runzle die Stirn. Sollte es so sein das ich den leeren Karton befülle oder bekommt ihn jemand anders damit er oder Sie etwas für mich hineintut, wenn es schon der Nikolaus nicht tut.

    Gedanken hin oder her, ich sollte mich entscheiden. Ach was für ein Mist, hätte ich mal gar nicht hinein gegriffen, denke ich, dann wären mir diese ganzen Überlegungen erspart geblieben.

    Es sind ja noch 2 Wochen bis Weihnachten und ich hab noch Zeit zu überlegen wofür ich mich entscheide. Erstmal lege ich die hübsche hellgrüne Schachtel bei Seite.

    Tage vergehen und ich hab den ollen Karton schon fast vergessen.

    Am Abend sitze ich am Fernsehen und schaue mir die Spendengala für Krebskranke Kinder an. Was würde sich ein solches Kind wünschen, sagt es in meinen Gedanken.

    Mir fallen die Worte von meinem Patenkind ein, das vor 4 Jahren an einem sehr aggressiven Krebs erkrankt war. Es war in der Zeit vor Weihnachten als sie und ihre Familie diese Nachricht bekamen.

    Auf meine Frage nach ihren Weihnachtswünschen , schaute sie mich nur an.

    Ich hätte mir spontan für sie gewünscht das ihre Augen nicht mehr so traurig schauten und sie wieder ihre dunklen, langen Wimpern und die dicken braunen Haare hätte. Das schon die Chemo und alle Nebenwirkungen überstanden wären und das sie als gesund für alle Zeit aus dem Krankenhaus nach Hause durfte.

    Doch all das passte nicht in die leere Box.

    Dann hörte ich sie sagen, ich hab keine Wünsche . Traurig sah ich sie an, wer konnte es ihr verdenken? Was war noch so wichtig und wünschenswert wenn man nicht wusste ob man in einem halben oder ganzem Jahr noch etwas damit anfangen könnte.

    Am Abend hatte ich mich von ihr verabschiedet und war nachdenklich nach Hause gefahren.

    Auf dem Schrank stand das kleine, grüne Kästchen mit geschlossenem Deckel.

    Ich nahm sie in die Hand und ging in die Küche. Aus der Schublade im Schrank nahm ich einen Bogen Seidenpapier, setzte mich an den Tisch und knuddelte es vorsichtig zusammen um den Boden der Schachtel damit auszulegen. Auf einen passenden Bastelkarton schrieb ich mit einem dicken Stift 4 Buchstaben und legte ihn hinein und beschloss, es mir selbst oder auch jemand anders zu schenken.

    Würde mal wieder alles zu viel werden, dann würde ich sie in die Hand nehmen, öffnen und mir oder auch einem lieben Menschen überreichen und das schenken was auf dem Blatt stand

    ,, Z E I T „

    Was gibt es wertvolleres, egal ob man sie schenkt oder geschenkt bekommt?

    In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren lieben eine schöne gemeinsame Zeit…. und nicht nur zu Weihnachten …

    Bis bald

    Das aktuelle Bild hat keinen Alternativtext. Der Dateiname ist: image.png

  • Erinnerungen einer alten Laterne, Namens ,, Gänselicht“

    Bevor ich den nächsten Teil meines Reiseberichts mit euch teile, möchte ich euch eine Geschichte erzählen, bei der, dem einen oder anderen von euch auch ein paar Erinnerungen wach werden könnten. Viel Spaß

    Es ist Ende Oktober. Mama Jule sitzt mit ihrer 3 jährigen Tochter Anna am Küchentisch. Vor den beiden  liegen die Bastelteile meines künftigen Körpers. Ob ich wohl schön sein werde, frage ich mich , gefalle ich dem kleinen Menschenkind?

    Auf dem Tisch liegen eine zweiteilige Käseschachtel der Sorte, den Harry so gerne isst. Buntes durchsichtiges Bastelpapier, ein Einsatz aus Blech um die Kerze zu halten. Daneben ein Drahtbogen mit einer Biegung, ein dünner Stock um dessen Ende ein dicker Draht mit einem Haken zum aufhängen gewickelt ist. Noch dazu eine Schere, Kleber, Lineal, Bleistift, ein weißer Bogen Pappkarton  und ein Maßband.

    Mama, fangen wir jetzt an, fragt Anna aufgeregt. Ich werde Ihre , denke ich stolz. Ja mein Schatz, sagt Mama liebevoll zu ihr, schau zu wie sie mit jedem Schritt schöner wird.

    Sie nimmt den unteren Rand der Schachtel und bestreicht ihn mit Kleber und klebt das bunte Papier sorgfältig auf den Rand. Die Seite lässt sie offen. Vorher hat sie schon  die Kerzenhalterung durch den Karton gestochen, umgeklappt und die Seitenteile enger gebogen, damit die weiße dünne Kerze nicht umkippt. Annas Augen schauen mich skeptisch an und ich sehe wie sie denkt ,das soll meine Laterne werden? Aus dem weißen Pappkarton waren schon mein Kopf, die Flügel und Füße zugeschnitten und wurden nacheinander angeklebt. Nun noch die Seite schließen und mit dem oberen Käsekarton verbinden um den Körper fertig zustellen. Ich bin ganz aufgeregt. Sorgfältig macht Jule mir dann Kleber an den Hals und klebt meinen Kopf an. Autsch, das tat weh, zwei Löcher für den Draht hat sie in meinen Körper gebohrt , doch als sie mich an die lange Stang hängt, weiß ich es hat sich geloht.

    Anna klatscht begeißtert in die kleinen Händchen und ruft freudig,, Oh ist die schön, mein Gänselicht. Fast hätte ich vor Freude geweint. Ich war fertig für Annas und meinen großen Tag.

    So geschah es das mein Laternen Leben begann.

    Am 11.11. zog Jule, Anna ihre Jacke und Handschuhe an, setzte sie in ihren Wagen und nahm noch ein Feuerzeug aus der Schublade um meine Kerze anzuzünden und dann mit uns beiden zum Martinszug zu gehen. Ich weiß nicht wer sich mehr freute ,Anna oder ich auf jeden Fall waren wir beide mächtig stolz.

    Staunend sah ich wieviele meiner Artgenossen mit ihren stolzen, ängstlichen, coolen oder missmutigen Besitzern in die gleiche Richtung gingen.

    Einfache blaue Kästchen mit weißen Wolken die von innen ein Licht erstrahlen ließen , rote leuchtende Sonnen,Helle Monde, Sterne, runde,eckige zappelten im leichten Wind. Die  Kerzen in unsere Bäuchen erleuchteten gemeinsam mit den Pechfackeln die ganze Straße und in ihrem Licht sah ich die funkelnden Augen der Kinder und ihren Eltern, wie schön mein Leben ist, dachte ich.

    Sogar ein schwarzes Pferd mit einem Reiter der einen großen roten Umhang trug ging vor uns im Zug und ich hörte das melodische Klingen der Instrumente hinter uns. Dazu sangen alle immerwieder ein Lied über mich und meine Artgenossen, Laterne,Laterne, Sonne, Mond und Sterne, Wie schön . Ich fühlte eine wohlige Wärme in mir, haben Laternen wohl Gefühle ?

    Nach drei Stunden ging ich mit meinen Besitzern wieder nach Hause . Die Kerze war fast heruntergebrannt sodas Jule sie auspustete. Wir hatten am Feuer gestanden mit den anderen Laternen und und ihren stolzen Besitzern,dabei Lieder gesungen etwas warmes getrunken und Weckmänner gegessen. Doch jetzt war alles vorbei. Ob wir das wohl jetzt jeden Tag so machen, fragte ich mich? Das würde mich freuen.

    Aber als Anna im Bett war, nahm Jule mich mit in den Keller entfernte der Stummel der Kerze, setzte mich behutsam in den Schrank, legte den Stock neben mich  und schloss die Türe. Wie traurig war ich, sollte das alles gewesen sein? Ich bekam lange keine Antwort und niemand dachte wohl noch an mich. Und was soll ich euch sagen, eines Tages ging die Türe auf und Jule und die hüpfende Anna standen da. Mein Gänselicht, mein Gänselicht,

    darf ich es wieder mitnehmen Mama, bettelte Anna. Ich kann kaum beschreiben wie glücklich mich unser Wiedersehen machte.

    Die beiden nahmen mich mit nach oben. ich bekam eine neue Kerze und durfte wieder strahlen wie ein heller Stern. So ging es auch in den nächsten Jahren wieder.

    In meinem 4ten Lebensjahr wurde ich wieder rausgeholt, doch diesmal stand Anna nicht hüpfend vor der Türe. Mit Jule ging ich nach oben und ich sah einen kleinen Jungen der auf dem Boden saß und spielte, wärend Anna am Tisch saß und ihre neu rote Sonnen Laterne bewunderte. Ich wurde traurig, durfte ich nicht mehr mit Anna zum großen Lichterzug gehen?

    Ja gut, ich war nicht mehr so schön wie früher, ein paar Knicke und einen kleinen Riss hatte ich am Hals, auf dem Boden ein paar Wachsflecken von der Kerze die aber keiner bemerken würde, war das so schlimm? schmollte ich.

     Doch dann nahm Anna eine neue Kerze ,setzte sie wieder in meinen Bauch ,drückte den Stab an dessen Ende ich bammelte ihrem kleine Bruder in die Hand und sagte.: Das war meine erste Laterne Rolf und heute darfst du sie bei deinem ersten Martinsumzug tragen. Pass gut auf sie auf, sie ist die schönste Laterne auf der Welt. Ich hörte ihre Worte war so glücklich und stolz das meine Freudentränen fast die Kerze aus tropften. An diesem Abend strahlte mein Licht viel heller als alle anderen.

    ES IST SO SCHÖN, WENN MAN JEMANDEM SOVIEL WERT UND SCHÖNE ERINNERUNG IST, DACHTE DAS KLEINE GÄNSELICHT