Eine Geschichte über das WARTEN
#WARTEN
Parkplatz Sündergrund, nähe einer Autobahn Auf oder Abfahrt im Westen.
65 Km war er gefahren, an einen Ort wo er noch niemals gewesen war. Es war fast dunkel, der Himmel hatte einen wunderschönen Sonnenuntergang gezaubert, der passte zu dem was heute Abend geschehen sollte.
Es war ein kleiner Parkplatz umrundet von blühenden Sträuchern in gelb und weiß. Eine Straßenlaterne erhellte ihn nur dürftig, doch das war ihm nur recht. Von der Straße aus konnte man ihn nicht einsehen.
Er hatte ihn ausgesucht weil er dachte das hier am Abend kaum noch Publikumsverkehr herrscht.
Auch Sie hatte einige Kilometer zu fahren, jedoch aus der entgegen gesetzten Richtung. Auf der Hälfte wollten sie sich treffen, hatten sie verabredet.
Die Autobahn war frei gewesen und so war er schon 15 Minuten zu früh dran.
Seit diese kleine Frau, mit den schönsten Augen in die er je geblickt hatte, in sein Leben getreten war, spielte sein Herz verrückt.
Er konnte an nichts anderes mehr denken, wollte nur bei ihr sein, im Schlaf träumte er von ihr und flüsterte ihren Namen in die Nacht. Regina hatte schon gefragt, wer Ann Sofie sei?
Verstört hatte er, keine Ahnung gesagt, sich umgedreht und war ins Bad verschwunden.
13 Tage hatte er sie nicht mehr gesehen, berührt, zärtlich geküsst.
Mit nassen Handflächen und einer Vorfreude die seinen Herzschlag, sicher über 150 schlagen ließ, sodass er Angst hatte es hüpfte aus seinem Hals, wartete er schon lange 15 Minuten darauf das sie endlich kam.
Im Radio lief ein Lied von Mariah Carey das sein Innenleben beschrieb als hätte er den Text selbst geschrieben.
I can`t live, living here without you, sang Sie mit einem Schmerz in der Stimme der mir die Tränen in die Augen trieb, sollte ich sie verlieren, oder gar nicht erst bekommen .
Es kam ihm vor als wäre schon eine Ewigkeit vergangen. Er wischte sich über die Augen , schloss sie und legte den Kopf an die Kopfstütze des komfortablen BMW`s.
Es war ganz schön schwer gewesen eine Ausrede zu finden ,von zuhause weg zu kommen um Sie heute Abend hier zum ersten Mal wiederzusehen.
Zu lang waren ihm diese 13 Tage erschienen.
Er fühlte sich wie ein kleiner Junge der aufs Christkind wartet. Aufgewühlt ,mit trockenem Mund und einer Ungeduld die ihm völlig fremd war, saß er hier.
Die Minuten vergingen ,kein Auto erschien auf dem Parkplatz. Nervös glitt sein Blick über die Wagen die hier auf ihre Besitzer warteten.
Seine Gedanken schweiften ab und er fragte sich wieviel Menschen sich voller Sehnsucht an einem Ort wie diesem trafen um das Verlangen nach dem anderen zu stillen.
Hätte man Ihm vor einem Monat gesagt das er heute Abend hier stehen und warten würde, verliebt wie ein Teenie, wäre wahrscheinlich nur ein amüsiertes Lächeln und die Worte, ich doch nicht, über die Lippen gekommen.
Doch das hatte sich schlagartig geändert.
Hier saß ein gestandener 45 jähriger, erfolgreicher Mann und wartete auf eine Frau, deren erster Blick durch Mark und Bein, direkt in sein Herz geschossen war.
Er schüttelte den Kopf und fragte in die Stille, was war es gewesen was ihn so aus der Bahn geworfen hatte das er gar nicht mehr zurück wollte?
Ein Lichtstrahl von zwei Scheinwerfern eines Autos bog um die Ecke in eine leere Parklücke.
Seine Kehle fühlte sich so trocken an das er kaum schlucken konnte, die Hände begannen zu zittern und er blickte gespannt zu dem kleinen weißen UP.
Nichts rührte sich und es stieg auch niemand aus.
Es wäre immer noch früh genug zu verschwinden, sagte eine Stimme in Ihm.
Unbehagen ,Zweifel, Angst wurden mehr, scheiße, was mach ich hier fragte es in Ihm?
Doch im Grund wusste er es ganz genau ,dieses Gefühl, das er in ihrer Nähe hatte, war wie ein Sehnen und Wünschen , etwas was er noch nie gehabt hatte.
Ein Gefühl bei dem nichts anderes mehr wichtig wahr, ein loderndes Feuer das nicht verbrannte, sondern wärmte, das Erregung entfachte, Liebe die umhüllte, die Zwei zu Einem machte.
Das alles ging seit 2 Wochen in seinem Herz ,Seele, Kopf und innerem vor und er hatte sich so sehr gefreut als sie eingewilligt hatte, das sie sich heute wiedersahen, endlich.
Plötzlich griff eine kalte Hand zu und er spürte die Angst , was wäre wenn sie nicht kommt, wenn sie es sich anders überlegt, ihren Mann nicht anlügen wollte?
Was ging in Ihr vor?
Zwar hatte Sie in den 10,000 Telefonminuten, die sie die vergangenen Tage gesprochen hatten, immer wieder gesagt das sie genauso fühle wie Er, doch kannte man die Gedanken einer Frau?
Ein weiteres Auto erschien auf dem Platz. Er wagte kaum zu atmen.
Das Licht ging aus und ein Mann ging auf das weiße Auto zu, stieg ein und sie fuhren davon.
Ungeduldig schaute er zum wiederholten mal auf seine goldene, teure Uhr, eine Minute noch bis zur verabredeten Zeit, dann war es soweit.
Sein Bangen und Hoffen war kaum noch zu ertragen, so sehr hatte er sich das Warten auf diese wunderschöne ,warmherzige Frau nicht vorgestellt.
Doch alles egal, Hauptsache sie würde kommen und zwar schnell.
Kurz roch er nochmal an sich ob der Angstschweiß in sein Hemd gezogen war, Gottseidank nicht, dachte er und nahm noch einen Hauch seines Lieblingsduftes, strich sich durch das schwarze, volle Haar und dann sah er den Lichtschein wie er stärker wurde und auf ihn zufuhr.
Im Licht sah er schemenhaft ihr süßes Gesicht. Nichts hielt ihn mehr.
Er öffnete die Türe, sprang hinaus und lief auf Sie zu, denn auch sie hatte das Auto längst verlassen um in seine Arme zu fallen, sein Gesicht in die Hände zu nehmen, anzuschauen und zu flüstern, Ich hab Dich so vermisst.
Sein Herz drohte zu platzen und er dachte;
Auf diesen Moment habe ich mein Leben lang gewartet.




