3.Teil
Super, alles hat prima geklappt. Das ging ja jetzt schnell durch die Sicherheitsabfertigung ,sagte ich erleichtert zu meinem Mann.
Noch eine knappe Stunde dann wird der Flieger mit uns abheben, ich wollt es wäre schon soweit, seufzte er.
Am Gate 37 warten schon viele Menschen die hinein wollen und wenn eben möglich als erste.
Die üblichen Verdächtigen, dachte ich ,die um 6 Uhr morgens schon ihr Handtuch auf den Liegen am Pool platzieren, und vor geschlossenen Restaurant Türen morgens und Abends eine 1/4 Std vorher stehen um den besten Platz, das Beste Essen, zu bekommen . Mir ist es bis heute ein Rätsel warum. Angst zu verhungern, oder den fest gebuchten Platz nicht zu bekommen?
Schau mal die zwei kleine Jungs, sagte ich . Zwillinge mit gebräunten Gesichtern stehen an der großen Scheibe des Terminals und drücken sich die sommersprossigen Nasen platt. Neugierig beobachten Sie das geschäftige Treiben dort unten auf dem Flugplatz. Koffer werden vom Gepäckwagen eingeladen in den riesigen Bauch der grün weiß gestreiften Maschine.
Ich denke noch so, hoffentlich sind unsere auch dabei .
Genau das haben sich wohl auch die Jungs gefragt, denn einer läuft zum Papa und fragt, sind das unsere Koffer? Das wollen wir doch stark hoffen, antwortet der Vater mit einem hoffnungsvollen Gesicht. Zufrieden mit der Antwort läuft er wieder zu seinem Bruder zurück.
Links neben uns holt eine sportlich gekleidete Frau ihre selbst gemachten Brote raus ,die sie Zuhause von den Resten aus dem Kühlschrank, gezaubert hat. Zu schade zum wegwerfen sagt sie zu ihrem Begleiter ,reicht ihm eins und trinkt aus dem Becher einen Schluck Kaffee dazu.
Endlich ist es soweit. 3 hübsche Frauen in Dunkelblauen Kostümen, passenden Schuhe mit hohen Absätzen und einem gelben Tuch locker um den Hals gebunden, gehen zu ihrem Arbeitsplatz.
Ich erkannte Sie, vor ca 2 Std hatten Sie die Koffer angenommen und Klebestreifen mit der Gepäcknummer darangemacht. Mit einem Lächeln gab Sie uns die Bordkarten, und sagte nach links, durch die Sicherheitskontrolle und dann zu Gate 37, gute Reise.
Wir bedanken uns ebenfalls und machten uns auf den Weg.
Nun saßen sie hier und die Durchsage des Lautsprechers sagte uns dass das Boarding begann. Das piepsen der Kontrollleuchte die den Code einscannte, war gut zu hören.
Bald waren auch wir an der Reihe, zeigten unsere Pässe und gingen durch den Schlauch in das innere der Condor Maschine.
Die Stewardessen begrüßten uns lächelnd. Ihre Gesichter waren makellos geschminkt ,die Haare zu einer schicken Frisur gestylt. So wie man sich eine Flugbegleiterin vorstellt.
Endlich erklang die Stimme des Captains, Boarding Compled. Während die Damen die Sicherheitshinweise für Schwimmwesten und Beatmung, Gurte und Notausgänge erklärt hatten, fuhr der Pilot in Richtung der Startposition.
Durch das kleine Fenster sehe ich Gepäckwagen, Fluglotsen, Tankfahrzeuge und viele weitere die sich um einen reibungslosen Ablauf kümmern. Zwei weitere Maschinen warten vor uns, auch auf das OK ,starten zu dürfen. In Abständen von wenigen Minuten beschleunigen sie und heben bald darauf ab um in den Wolken zu verschwinden.
Jetzt werden auch unsere Triebwerke und Motoren lauter. Der Vogel setzt sich in Bewegung. Der Schub ist so stark das ich in die Polster meines Sitzes gepresst werde, es ruckelt, die Landschaft fliegt an mir vorbei, die Räder heben sanft ab und stetig steigen wir höher und lassen Düsseldorf unter und hinter uns.
Wir halten uns an den Händen und schauen hinaus ,alles wird kleiner. Die Autobahn mit ihren vielen Fahrzeugen verschwindet so langsam aus unserem Blick.
Fast Vier ein halb Stunden liegen vor uns. Zurücklehnen, ein Buch auspacken, Ohrhörer rein, ein bisschen Musik hören oder einfach die Augen zumachen. Doch dazu sind wir im Moment noch zu aufgeregt.
Es ist einfach jedes mal wunderschön über den Wolken zu fliegen, die Sonne zu sehen, sage ich . Die Wolkenschicht sieht aus als wären dicke weiche Wattebausche aufgetürmt, auf die man sich fallen lassen möchte.
Wieder fällt mein Blick nach unten, Wolkenfetzen die den Blauen Himmel durchziehen, Schneebedeckte Berge Österreichs. Städte die, wie aus Spielzeughäusern gebaut, liegen unter uns.
Wir überfliegen Serbien, Kroatien, Montenegro und dann östlich vorbei an Griechenland, blaues, in der Sonne glitzerndes Wasser breitet sich aus, die griechischen Inseln.
Wie ein dicker, ins Wasser gefallener, Stein der beim Aufprall in viele Stücke zerbrochen ist schwimmen sie jetzt als Inseln im Meer.
Dann sehe ich irgendwann wieder Land das sich am Strand entlang zieht, endlos wie mir scheint. Gespannt wandert mein Blick weiter. Unter uns breitet sich die Wüste aus, der östlichste Teil der Sahara. Soweit das Auge sieht ,ockergelber Sand. Ineinander greifende Gebirgszüge mit mehreren Spitzen die bis zu 6000 Fuß hoch sind und in den Red Sea Hills enden.
Ding Dong ertönt es im Lautsprecher, liebe Gäste ,wir verlassen jetzt unsere Flughöhe und beginnen mit dem Sinkflug und der anschließenden Landung in Hurgahda.
Die Aktuelle Ortszeit ist 15:45 Uhr, noch 2 Stunden zurück ,bis zur Umstellung am Wochenende. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 30 Grad.
Wir freuen uns das sie mit uns in ihren Traumurlaub geflogen sind, wünschen ihnen eine schöne Zeit und hoffen das wir sie bald wieder an Bord einer unserer Condor Maschinen begrüßen dürfen.
Bleiben sie bitte noch bis zum endgültigen Standplatz angeschnallt sitzen und nehmen Sie beim Aussteigen alle ihre persönlichen Dinge mit.
Vielen Dank ,ihr Captain Reinhard Mayer

